„Dirtbike-Bahn“ erhält letzten Feinschliff

03.04.2014
Günter Bracht und Arne Knobloch von der Firma „Turbomatik Bikeparks“ sowie Stefan Höfer vom quellenstädtischen Fachdienst für Planung und Stadtentwicklung auf der Anlage am Christeneck.
Günter Bracht und Arne Knobloch von der Firma „Turbomatik Bikeparks“ sowie Stefan Höfer vom quellenstädtischen Fachdienst für Planung und Stadtentwicklung auf der Anlage am Christeneck.

Ein bisschen müssen sich die Mutigen noch gedulden, ehe sie spektakulär über „Doubles“ springen oder über „Tables“ brausen können und aus einem Wunsch nun Realität am Heilsberg wird: Die Bauarbeiten zur „Dirtbike-Bahn“ für Mountainbike- und BMX-Fahrer gehen in ihre finale Phase. „Wir freuen uns, dass der Wunsch der Jugendlichen nach einer weiteren Outdoor-Freizeiteinrichtung am Heilsberg bald umgesetzt sein wird“, so Bad Vilbels Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn und Stefan Höfer aus dem städtischen Fachdienst für Planung und Stadtentwicklung.

Konkret modelliert die Firma „Turbomatik Bikeparks“ aus Warstein derzeit die letzten Hügel und Spurrillen der Anlage. Turbomatik baut seit 1998 Bikeparks quer durch die Republik. Ein Bikepark ist nach Ansicht von Geschäftsführer Günter Bracht „mehr als eine Sportstätte. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen und ihre Begeisterung und Leidenschaft mit anderen teilen. Die “Locals” identifizieren sich mit ihrem “Spot”, die Sprünge werden verändert und verfeinert, der Park befindet sich auch nach Fertigstellung ständig in der Weiterentwicklung. Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene haben eine Aufgabe und finden Erfüllung – der Sport wird gelebt.“ Bracht und seine Mitarbeiter verfeinern die Anlage nach den Wünschen der Bad Vilbeler Jugendlichen, die die Bahnen bereits ausgiebig testen.

Damit findet der Bau zeitnah ein gutes Ende: Nachdem im letzten Jahr die langanhaltende, nasskalte Witterung die Modellierung der Erdhügel unmöglich machte, danach die Untere Naturschutzbehörde der Wetterau (UNB) zum Schutz der in der Umgebung ansässigen Rebhühner eine halbjährigen Baustopp verfügt hatte und die Anlage auch nicht vor illegalen Erdablagerungen durch eine fränkische Baufirma verschont blieb, kann nun seit dieser Woche das sogenannte „Fine-Shaping“, also der Feinschliff, vollzogen werden.

Die Anlage auf dem Christeneck in der Verlängerung der Danziger Straße ist so groß wie ein Fußballfeld. Auf der zuvor landwirtschaftlich genutzten Fläche entstanden mehrere Erdaufschüttungen die mit Fahrwegen, Rampen und Kurven versehen sind, welche von den Fahrern gekonnt mit Sprüngen und anderen Figuren überwunden und erfahren werden. Drei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen sprechen absolute Anfänger genauso an wie Profidirtbiker. „Unser Amt für soziale Angelegenheiten begleitet gemeinsam mit dem Amt für Standentwicklung und dem Bauamt diese Maßnahme von Beginn an. Nicht nur die Heilsberger Jugendlichen können sich Ende April auf die fertige Anlage freuen. Obwohl viele von ihnen schon jetzt beim Feinschliff mithelfen und ihre Wünsche konkret an die die ausführende Firma stellen“, so Bad Vilbels Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn.

„Zur Verfügung gestellt wurden die ca. 3500m³ Erde teils aus dem Aushub des Teiches in Gronau, der dort vom Initiativkreis Ökologie (IK) angelegt wurde, und von Abbrucharbeiten. Alle Erdablagerungen sind mit Zertifikat Z0 als unbelastet eingestuft“, erläutert Stefan Höfer. Günter Bracht ergänzt, dass die Erde gut geeignet, weil nahezu steinfrei sei, was bei Anlagen dieser Größe nicht unbedingt üblich wäre.

Eine erste Dirtbike- bzw. BMX-Bahn wurde in Bad Vilbel bereits auf der Grünfläche neben dem Dortelweiler Platz in direkter Nachbarschaft zum Efzet-Forum errichtet und von den Jugendlichen sehr gut angenommen. Weil die Fläche in Dortelweil aber bebaut werden soll, stellt die Bahn dort nur ein Provisorium dar. Die neue und deutlich größere Anlage auf den für den Gemeinbedarf ausgewiesenen Flächen am Heilsberg wird dauerhaft in Betrieb bleiben. „Die Bahn im Stadtteil Dortelweil hat gezeigt, dass sich die Jugendlichen sehr stark für diese Außenaktivität begeistern lassen. Aus pädagogischer Sicht ist es natürlich wünschenswert, dass die Freizeit nicht nur vor dem Computer verbracht wird, sondern sich die Jugendlichen auch an der frischen Luft sportlich betätigten“, sagt der Efzet-Leiter und städtische Pädagoge Thomas Kahler. Kahler und seine Kollegen um Frank Mees werden auch die Bahn im Christeneck betreuen.

„Nach dem deutlichen Wunsch beim Bürgerworkshop zur Gestaltung des Christenecks sowie den einstimmigen Beschlüssen der städtischen Gremien, freuen wir uns nun, dass das Projekt nach den unvorhergesehenen Verzögerungen nun alsbald fertig gestellt wird. Die Jugendlichen im Stadtteil Heilsberg und darüber hinaus können sich auf eine tolle Anlage freuen“, so Freund-Hahn abschließend.